Kurt Rothenberger

      Konzerttrompeter / Musikpädagoge für Blechblasinstrumente, Alphorn

 
 

Wegweiser für Blechbläser

Eine Biografie zeigt Problemlösungen auf!

Der richtige Weg für Blechbläser!


 


 


 


Ursachenforschung…. Probleme…. Lösungen…. Entwicklung…. 


 Mit sehr wenigen Ausnahmen wird früher oder später jeder Blechbläser mit sehr unterschiedlichen Problemen konfrontiert, welche bei anderen Instrumentalisten nicht zum Tragen kommen. Dies liegt in der Konstruktion der Blechblasinstrumente, welche nur als Verstärker wirken. Die individuellen, körpertechnischen Fähigkeiten des Bläsers sind die tragenden Elemente für eine optimales Spiel auf diesen Instrumenten. Die Physik der Blechblasinstrumente und die richtigen, physiologischen Abläufe werden im individuellen Unterricht ausführlich behandelt.

Aus meiner eigenen, persönlichen Biografie können zahlreiche Leser viele Parallelen zu sich selber entdecken und dies unterstreicht die Richtigkeit meiner Aussagen. Gleichzeitig soll sie aber motivierend sein, um längerfristige Probleme endlich lösen zu können. Obwohl ich immer aus der Sicht des Trompeters spreche, betrifft dies aus funktionellen Gründen sämtliche Blechbläser.

 

Im Alter von 11 Jahren begann ich 1973 als Jungmusikant in einem Blasorchesterverein meine ersten, musikalischen Erfahrungen zu sammeln.

Mit ein paar Gleichgesinnten wurde ich von zwei Vereinsmitgliedern “unterrichtet“ und durfte bereits nach einem guten Jahr, mit Stolz im Verein mitspielen. Leider war dessen unvollständige Besetzung schuld und nicht etwa meine Begabung. Im Gegenteil, ich war der schlechteste Jungmusikant! Mein Interesse an der Sache und gewisse persönliche Ereignisse haben mich aber angespornt, mit sehr viel Enthusiasmus und Ehrgeiz weiter zu machen.

Ca. 3 Jahre später nahm ich auf dem Stuhl des 1.Trompeters Platz und meine musikalischen Interessen wuchsen zusehends. Besonders geprägt wurde die Vorstellung meines Trompetenspiels durch einen Konzertbesuch von Maurice André. Mit solch einer Leichtigkeit und Geschmeidigkeit die schwierigsten Passagen zu meistern und mühelos jeden Ton, in jeder Lage artikulieren zu können, ist aber leider für die meisten Trompeter unerreichbar!

Aber einen Weg zu finden, mit den eigenen Möglichkeiten so gut wie nur möglich spielen zu können, müsste es doch geben? Dies war und ist mein eigentliches Ziel.


 

Zu Beginn meiner Hochbauzeichnerlehre wurde ich als 3.Cornettist in die Brass Band Graubünden aufgenommen, welche in der 1. und höchsten Klasse von Martin Casentieri hervorragend geleitet wurde. In der Blasorchesterszene durfte ich selten einen besseren Dirigenten kennenlernen, was natürlich auch sehr viel zu meiner damaligen Entwicklung beitrug.

Der Abschluss meiner Lehre fiel genau in die Zeit der Rekrutenschule als Militärtrompeter, was mich nicht weiter störte, weil ich die Entscheidung zum beruflichen Musikstudium schon lange vorher getroffen hatte. Der stetige Fortschritt, meine Auftritte als Solist oder im Ensemble (Brass Quartett) und die schönen Erlebnisse in Zusammenhang mit der Musik haben mich dazu bewogen. Dazu kam wahrscheinlich auch noch eine erbliche Vorbelastung seitens meines Vaters, welcher aus einer sehr musikalischen Familie stammt.

Im “hohen“ Alter von 20 Jahren begann ich mein Studium am Konservatorium Feldkirch, im Hauptfach Trompete. Während meiner 6 Studienjahre, welche ich mit dem Konzertdiplom sehr erfolgreich abschliessen konnte, sammelte ich zusätzlich in verschiedenen Meisterkursen, mit namhaften Trompetern, viele Erfahrungen. Die dreijährige Weiterbildung auf der Barocken Naturtrompete (Alte Musik, Stilistik) bei Prof.Dr.E.H.Tarr eröffnete mir weitere musikalische Perspektiven und gab mir einen umfangreichen Einblick in das grosse Spektrum der Musik.

Obwohl ich mich täglich intensiv mit meinem Instrument beschäftigte, musste ich feststellen, dass meine Leistungsfähigkeit grossen Schwankungen ausgesetzt war. Diese “Hochs und Tiefs“ waren eigentlich auch ausschlag-gebend für eine gewisse Unzufriedenheit, weil doch mein eigentliches Ziel, mit viel Freude zu musizieren, noch nicht erreicht war. Diese unregelmässige Formkurve löst natürlich Stress aus und zerrt, Stunden oder gar Tage vor jeweiligen Konzertauftritten, am Nervenkostüm. 

90% meiner Blechbläserberufs- kollegen/innen und auch eine Vielzahl meiner Schüler/innen (Amateure und Profis) werden öfters mit solchen Situationen konfrontiert. Es gibt eine breite Palette von Problemmöglichkeiten:

Kondition reicht nicht, Töne sprechen nicht sauber an, sehr hohe oder tiefe Töne sind nicht spielbar, Naturtonbindungen gelingen nicht, Doppelfrequenzen, Luft oder Geräusche im Klang, unkontrollierbares Vibrato, schnelle Tonwiederholungen unmöglich, Töne brechen ab, Luftmenge

reicht nicht, verschiedene Lautstärken usw.

 

Weil diese Probleme aber unterschiedlich stark auftreten und man die Ursachen nicht wirklich kennt, ist es nicht möglich, das Ganze optimal in den Griff zu bekommen. Mann sollte sich also im Idealfall unbedingt mit der Funktionalität unseres Instrumentes auseinandersetzen, was die genauen Kenntnisse von Physik und Physiologie bedeutet. Wie Anfangs beschrieben sind nämlich Blechblasinstrumente nur Resonatoren (Verstärker) und haben keinen elastischen Schwingungskörper wie Saite, Fell, Rohrblatt (Generator, Motor). Um etwelche Probleme lösen zu können, sollte man sich also logischerweise mit dem Motor (Körper des Bläsers) beschäftigen.

Hier liegen nämlich die eigentlichen Probleme.

 

Diese Erkenntnis erklärt auch, warum es so unterschiedlich gute Blechbläser gibt. Jeder Mensch hat verschiedene Anlagen und Begabungen, welche sich auf unseren Instrumenten positiv oder negativ auswirken. Dies passiert aber rein zufällig und intuitiv. Der eine Anfänger kann nach 10 Minuten bereits ein paar Töne spielen und ein anderer schafft die gleichen Töne erst nach wenigen Wochen; beide wissen aber nicht warum das so ist! Und genau in diesem Wissen steckt das ganze Geheimnis. Zugriff auf die funktionellen Abläufe erlangen, um nicht zufällig, sondern bewusst gut spielen zu können.

In meiner musikalischen Laufbahn wurde ich von einigen hervorragenden, kompetenten Lehrern unterrichtet. Jeder hatte seine persönliche Methode und gab die entsprechenden Tips, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Einerseits konnte ich von der Vielseitigkeit profitieren und andererseits wusste ich in einigen Bereichen nicht, was jetzt richtig ist.

Jeder meiner Lehrer, welche ich sehr respektiere, hat aufgrund seiner sehr guten Intuition gespürt, wie es richtig ablaufen sollte. Intuition und dieses Gespür kann man aber verbal nur sehr schlecht vermitteln, deshalb bin ich nach dem Konzertdiplom auf einem Niveau stehen geblieben, welches mich absolut noch nicht befriedigte. Und eben auch die “Hochs und Tiefs“ waren da.

Wenn die Intuition nicht ausreicht, muss man ihr halt auf die Sprünge helfen. Man sollte sich ein spezielles Fachwissen und Trainingsprogramm aneignen, um die Anlagen zu verbessern, welche zum spielen von Blechblasinstrumenten notwendig sind. Der menschliche Körper ist von Natur aus nicht für diese Tätigkeit konzipiert und wirkt in den meisten Belangen sogar eher kontraproduktiv.

 

Im Frühjahr 1994 hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, welches meine ganzen Probleme lösen konnte. Ich lernte den deutschen Trompeter Malte Burba kennen, welcher durch sein enormes Fachwissen über Musik, Medizin, Phonetik, Pneumatik und andere Bereiche eine bahnbrechende Methode entwickelt hat. Um auf unserem Instrument musizieren zu können, muss zuerst das Tonmaterial produziert werden und das geschieht primär durch den Körper. Also ist die logische Konsequenz, neben dem Spiel auf dem Instrument, das richtige, bewusste Körpertraining, um die funktionellen und intuitiven Anlagen zu verbessern. Dies bedeutet längerfristig; stetiges Besserwerden, was die schönste Perspektive für einen Musiker ist. Wenn der Generator einmal richtig funktioniert, kann man jede Vorliebe im musikalischen Bereich auskosten, egal welche Stilrichtung.

Nach einem Workshop bei Robert BAHB Cilivetti, im Herbst 2006, tragen dessen wichtigen Erkenntnisse und methodischen Ansätze zur stetigen Verbesserung meiner bläserischen und musikalischen Möglichkeiten bei. TCE/BE/TOL/Spit Buzz usw. sind in meiner Methodik mittlerweile voll integriert. 

Weitere, sehr wichtige Impulse erhielt ich an einem Workshop von Anton Ludwig Wilhalm. Dessen methodische Ansätze erleichtern das Trompetenspiel in jeder Hinsicht und können im Unterricht optimal eingesetzt werden.

 

Meine derzeitige Situation erlaubt es mir, mich auf jeden meiner zahlreichen Auftritte zu freuen. Meine “Hochs und Tiefs“ sind längst verschwunden.

Die Arbeit an der stetigen Optimierung meines Trompetenspiels bringt auch nach vielen Jahren immer noch Verbesserungen, verbunden mit wachsender Freude am Musizieren. 

Mit grosser Genugtuung beobachte ich die positiven Entwicklungen meiner Schüler und die Arbeit als Pädagoge ist um ein Vielfaches interessanter geworden, weil ich jeden Blechbläser wirklich diagnostizieren kann und die entsprechende Therapie dazu kenne. Es freut mich auch besonders, dass  meine Blechbläser-Workshops auf grosses Interesse stossen, weil ich meine Erfahrungen unbedingt weitergeben möchte. Viel zu lange musste ich mich mit Problemen auseinandersetzen, von welchen ich nicht einmal die Ursache kannte.